Die
Geschäfte passten sich durch Modernisierung und Ausbau
der wachsenden Bevölkerung und Zeit an. Vier große Fischkutter
mit modernen Ortungs- und Fanggeräten wurden zum Stolz der
Arnisser Fischerflotte. Eine Motorschiffswerft kam hinzu. Wenn
es auch nicht möglich war, Industriebetriebe für den kleinen
Ort zu interessieren so konnte man ein Jugendaufbauwerk nach Arnis
ziehen. In diesem stattlichen Gebäude - am 14. Dezember 1964
erbaut - erhielten 32 Schülerinnen in jährlichen Kursen
ihr Rüstzeug vor allem in der Hauswirtschaft. Ein neuer größerer
motorisierter Fährprahm löste die alte, mit der Hand gezogene
Fähre ab. Die Rampe wurde erneuert und paßte sich dem
wachsenden Autoverkehr an. Die Straße von Sundsacker nach
Scharfeck brachte Arnis einen bes-seren Anschluß an die Straße
Eckernförde-Kappeln. Die Schleischiffahrt, die schon einzugehen
drohte, konnte mit Motorbooten aufrecht erhalten werden. Eine Busverbindung
kam hinzu und erlöste Arnis von seiner verkehrsmäßigen
Abgeschiedenheit. Mit einem Wasserwerk und einer Leitung in jedes
Haus schuf man endlich auch die hygienischen Voraussetzungen für
den aufstrebenden Badeort.
Zu den Neuerungen gab es selbstverständlich auch Einbußen.
Zum Leidwesen, nicht nur der Einheimischen, verschwand die alte
Mühle - schon länger ihrer Flügel be-raubt - ganz
aus dem Ortbild. Der Park - früher ein Schmuckstück von
Arnis - war bereits bei der Holzknappheit nach dem letzten Krieg
in den Ofen gewandert. Die Badehäuser verfielen dem Abbruch,
so daß Arnis Freibad wurde. Die Schule schloß beim Trend
zur Gemeinschaftsschule für immer ihre Tore und der Segelclub
suchte sich durch den Bau eines größeren Yachthafens
und Klubhauses in Kappeln einen anderen Standort. Was geblieben
ist, sind Überlieferungen und Requisiten einer großen
Zeit, die Liebe der Arnisser zur Schlei und der Glaube und die Hoffnung
auf eine Zukunft als Bade- und Kurort. Das kleine Inselstädtchen,
abseits der großen Straßen, hat seine unverfälschte
Romantik bewahrt und wird für Großstädter und Ruhesuchende
ein beliebtes Ferienziel bleiben.
Text nach Dr. W. Luth, in "1667-1967:
300 Jahre Arnis"
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Eine jüngere Aufnahme des Arnisser Hafens

Arnisser Stege heute
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